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Informelles Gebiet direkt neben den Formellen, eine häufige Situation in Kairo [47]

Informelle Siedlungen in Kairo

von Dr. Manal El Shahat [28][47]

 

Die Hauptstadt Kairo ist eine der ältesten Metropolregionen der Welt und eine der ersten arabischen Städte in Afrika. Über 20 Millionen Einwohner leben und arbeiten in dieser stark verdichteten Agglomeration. Ein stark ansteigendes Bevölkerungswachstum und ein Anstieg der nationalen Migrationsrate in Richtung der Großstädte ohne eine adäquate Wohnungspolitik, waren der Auslöser für den Bau von informellen Siedlungen und die Zersiedlung der Stadt. Momentan leben nach Schätzung des UN-Habitat 60% der Bewohner im Großraum von Kairo im informellen Sektor.  Informelle Siedlungen, Slums, sind in Ägypten unter dem Begriff „Aashiwa’iat“- „Aashiwa’i (engl.: random)” bekannt. Die Definition dieses Begriffs umfasst Häuser, die spontan und illegal in einer ungeplanten Umgebung, die wir Planer als vernachlässigt einstufen, errichtet wurden. Es gibt viele unterschiedliche Arten
von Slums in Ägypten, die nach unterschiedlichen Kategorien in Bezug auf ihre Lage und ihren Zustand eingeteilt werden. Das EZBET Projekt „EZBET” ist ein integriertes, akademisches, gemeinschaftlich entwickeltes Projekt, das in einer der informellen Siedlungen in Kairo, in „Ezbet Abu-Quarn“, angesiedelt ist. Das Projekt wurde im Jahr 2012 von zwei akademischen Einrichtungen der Universität Stuttgart in Deutschland und der Ain Shams University in Ägypten initiiert.
Der Ansatz einer nachhaltigen Entwicklung ruht auf drei Standbeinen: Förderung von Bildung, Gesundheit und Berufsqualifikationen. EZBET ist ein Pilotprojekt und besitzt eine Vorbildfunktion für kommende Entwicklungsprojekte in den Gebieten informeller Siedlungen in Ägypten.  Die informelle Siedlung Ezbet Abu-Qarn liegt in einem sehr speziellen Stadtteil in Alt-Kairo „AlFustat“, hinter der ältesten Moschee Ägyptens bzw. Afrikas „Amr ibn Al-‘as”. Zuerst wurde das Gebiet als informelle Siedlung vor über 60 Jahren von Migranten aus Oberägypten errichtet, von Jahr zu Jahr stieg die Zahl der Migranten an, was eine Ausbreitung des Gebiets auf etwa 11 ha mit ca. 15 000 Bewohnern zur Folge hatte. Ideen, die in Stuttgart entwickelt und in Ezbet umgesetzt wurden Während der letzten zwei Jahre wurden im Rahmen des Ezbet Projekt eine Reihe von Workshops organisiert, bei denen Studierende aus Deutschland und Ägypten mit Fachleuten zusammen kamen, um mit Einheimischen in Ezbet zusammen zu arbeiten. Insgesamt wurden neun Workshops, die jeweils in Deutschland und Ägypten stattfanden, durchgeführt. Vier Workshops fanden in dem Gebiet Ezbet Abu Qarn in Ägypten statt, wo prototypische Gebäudeeinheiten mit lokalen und nachhaltigen Baumaterialien errichtet wurden. Ein solch integriertes Verfahren führte zu einem gegenseitigen Nutzen. Auf der einen Seite wurden in Ezbet lokale Akteure (Kinder, Frauen, Jugendliche und Senioren) in den Prozess der Entscheidungsfindung involviert. Auf diese Weise konnten verschiedene Ideen entwickelt und in dem Lebensraum der Einheimischen realisiert werden. Auf der anderen Seite konnten die Teilnehmer des Workshops ihr Wissen durch intensive praktische Erfahrungen ausbauen und im engen Kontakt mit den Bewohnern Prototypen realisieren. In dem Programm waren zwei „Building Materials und Technologies" Workshops verankert. Während des einwöchigen Workshops in Stuttgart im Juni 2014 entwickelten Studenten Ideen für einen Prototyp. Die Studenten gewährleisteten die Anpassungsfähigkeit dieser Ideen auf die Funktion, den Ort und die Bedürfnisse der Gemeinde. Danach wurden die theoretisch erarbeiteten Konzepte im Maßstab 1:1 im Gebiet von Ezbet Abu Qarn während dem zweiten Teil der Workshop-Phase in Kairo im August 2014 umgesetzt. Während des ersten Workshops  „Material and Technology Workshop - Edition I” in Stuttgart wurden verschiedene Baumaterialien und Konstruktionstechniken analysiert und im Detail studiert. Zusammen mit Experten aus Deutschland, Ägypten und Belgien versuchten die Studenten das am besten geeignete lokale Baumaterial, welches recycelt werden kann, zu finden. Teilnehmer aus fachübergreifenden Disziplinen wie zum Beispiel aus dem Ingenieurswesen, aus der Baukonstruktion, der Architektur, der Stadtplanung und der Elektrotechnik beteiligten sich an dem Workshop und wurden in sechs Gruppen eingeteilt. Die Teilnehmer konnten die notwendigen Entwürfe und Techniken für die Konstruktion und die Phase der Durchführung erforschen. Aus den sechs Vorschlägen, die am Ende des Workshops präsentiert wurden, wurden die vier Ideen, welche am besten die nachhaltige Entwicklung in informellen Siedlungen unterstützten, ausgewählt. Die gewählten Prototypen können alle mit sehr einfachen Techniken und erschwinglichen lokalen Ressourcen und Materialen (z.B. Pappe, Plastikwasserflaschen oder anderen recycelbaren Materialen) hergestellt werden, können sich dem Klima anpassen oder deren Konstruktion basiert auf natürlichen Materialien (z.B. Lehmziegel, Stampferde, etc.). Der zweite Teil des Workshops “Material and Technology Workshop - Edition II” wurde als partizipative Veranstaltung in Kairo organisiert. Deutsche und ägyptische Fachleute nahmen zusammen mit Studenten und lokalen Akteuren unterschiedlicher Generationen der Ezbet Gemeinde an dem Workshop teil. Studenten, Experten und Einheimische testeten zusammen alternative Materialien und Konstruktionstechniken für den Bau von prototypischen Bauwerken. Der Workshop bot allen Beteiligten die Möglichkeit in einem wechselseitigen Lernprozess Erfahrungen auszutauschen. Am Ende des Workshops erhielten die lokalen Akteure Dankesurkunden, durch diese Geste fühlten sie sich sehr geehrt. 
Die ersten beiden Tage des Workshops in Kairo dienten zu der Vorbereitung der Baustelle. Zudem fanden einige kurze einführende Präsentationen und Diskussionsrunden statt. Jedoch lag der Fokus des Workshops auf der praktischen Arbeit. Die wesentlichen Ziele des Workshops waren: [1] Erstellen von Proben für Wandkonstruktionen (Schnitt) mit der Verwendung von unterschiedlichen und / oder recycelten Materialien, welche in dem ersten Workshop zum Thema Materialität und Technologie ausgewählt wurden, [2] Bau jeweils eines 1:1 Prototypen aus den ausgewählten Materialien, um diese für 6 Monate zu testen, [3] Aufstellen von Kriterien zusammen mit Experten für die Prüfung gemäß den Richtlinien für Umwelt, Technik, Wirtschaft, Dauerhaftigkeit, Anpassung in die Umgebung und klimatische und sozialer Akzeptanz. Abschließend [4] Trainieren des Kommunikationsprozesses mit den lokalen Akteuren, um diese von den umgesetzten Ideen zu überzeugen. Zudem wurden wichtige Erfahrungen vor Ort gemacht, und die Ideen, die von den Studierenden an der Universität entwickelt wurden, umgesetzt, geprüft und getestet, ob sie den Anforderungen der Standortbedingungen, sowie der Gemeinschaft gerecht werden können.
Die Vorbereitungsphase beinhaltet die Beschaffung von Materialien, Erprobungen, Analysen der Umgebung, Einführung und das Kennenlernen auf der einen Seite der lokalen Ressourcen und Materialien (z.B. recyceltes Material), genauso wie einige Diskussionen mit der Gemeinde vor Ort. In Gesprächsrunden mit Gemeinde und Nachbarschaft wurde über die Regelungen und Absprachen über den geeigneten Platz und Prozess für die Durchführung diskutiert. Im nächsten Schritt wurden die Teilnehmer des Workshops vor Ort in fünf Stationen eingeteilt, in denen jeweils ein Prototyp umgesetzt wurde. Die Studenten wurden entsprechend ihrer Qualifikationen den einzelnen Stationen zugeteilt. 
Jede Station besaß einen Schwerpunkt: [1] Konstruktionen aus Stampferde, [2] Konstruktion von Lehmziegeln und Erdblöcken [3] Konstruktion aus recycelten Materialien [4] Holzkonstruktionen und [5] Verputzen und Bemalen von Wänden. Jedoch ist es nicht leicht von den folgenden drei Experimenten vor Ort mit den lokalen Akteuren zu berichten. In unterschiedlichen Diskussionsrunden mit den Einheimischen wurde der Ort für die Errichtung der prototypischen Bauwerke in Bezug auf die Wünsche der Bevölkerung und Funktionen des Ortes abgestimmt.
Die Idee war die Errichtung einer Wand aus Plastikflaschen und diese den Einheimischen als nützliche Idee für das Recyceln des Mülls, der durch leere Wasserflaschen entsteht, zu präsentieren. Die lokalen Akteure waren in die Entscheidung für den geeigneten Ort und bei der Formgebung für die Wand aus Plastikflaschen involviert. Die Wand aus Plastik hat einen Platz in einer Ecke eines Gebäudes gefunden, in dem der Eigentümer Om Hadeer einen Shop für Getränke und den täglichen Bedarf führt.  Die Erfahrung war für alle Beteiligten sehr interessant und hilfreich. Om Hadeer konnte an den Entscheidungen teilnehmen und war sehr zufrieden mit der Idee die Wand aus Plastikflaschen neben seinem Laden zu errichten. Die Wand hat zwei Funktionen: Sie dient als Zaun, der eine kleine Grünfläche mit Pflanzen vor dem Haus des Eigentümers abgrenzt. Zudem dient die Wand als Werbung, sie verdeutlicht, dass in diesem Geschäft Getränke verkauft werden.  Der Bau einer Wand von einem Meter Höhe und Breite in dem Gebiet war ebenfalls eine Idee. Es sollte ein Prototyp errichtet werden, der eine Funktion inne hatte und der die Einheimischen mit der Konstruktion vertraut machte und ihnen einen Nutzen ermöglichte, der über den eines reinen Studienobjektes hinaus geht. Das Ezbet Projekt möchte bei jedem Bau in Ezbet Abu Qarn einen guten Eindruck bei der Bevölkerungen hinterlassen und die lokalen Akteure zur aktiven Beteiligung   der Entwicklungsprozesse anleiten.
Das Team, das die Wand aus Stampferde errichtete, führte eine kurze Einschätzung über den Zustand der bestehenden Gebäude im Areal durch, um eine Entscheidung über den Standort der Wand aus Stampferde zu finden. Für gewöhnlich sind die Gebäude in Ezbet Abu Qarn in einer einfachen Bauweise ausgeführt. In den meisten Gebäuden gibt es Risse, da die Konstruktion sehr schwach ist. Daraus ist die Idee entstanden, die Wand eines bestehenden Gebäudes, welches Risse aufzeigte, zu ersetzten. Die Entscheidung einen Raum des Hauses wiederherzustellen, indem die Außenwand erneuert wird, wurde mit dem Eigentümer getroffen. Der gesamte Raum wurde in einer Woche renoviert und konnte am Ende des Workshops bezogen werden. Die Bürger beobachteten den gesamten Prozess der Erstellung der Wand. Viele von Ihnen waren an der Technik interessiert, die sehr neu für sie war. Die lokalen Arbeiter wurden in der Technik geschult. Die Ecke des Gebäude, an der die  Stampflehm-Wand errichtet wurde. Das Foto zeigt die zwei Risse im Bestandsgebäude. Hier wurde es abgerissen und durch eine neue aus Stampflehm ersetzt  [47]. 
Das dritte Experiment wurde mit Am-Maouod, einem Bewohner von Ezbet, realisiert. Er besaß neben seinem Haus eine sehr alte Hütte für Tiere. Das Team hatte zusammen mit den Experten die Idee Am-Maouad in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Sie schafften es ihn davon zu überzeugen die Hütte aus Ziegelsteinen zu bauen. Die Aufgabe für das Team bestand darin, die komplette Hütte in einer Woche neu zu bauen und sie bis zum Ende der Woche fertigzustellen. Außerdem freute sich der Eigentümer über die Teilnahme an dem Projekt und bei der Errichtung seiner Hütte aktiv mitzuwirken.  Am-Maouod tauschte seine Erfahrungen mit den Studenten und Experten aus. Schlussendlich erfüllt die Errichtung sowohl einen Nutzen für die Gemeinschaft als auch den Aspekt der Forschung bei der Erstellung eines Prototypen. 
Währenddessen hatten die Experten vor Ort die Entscheidung getroffen, eine Bodenuntersuchung der Erde am Standort an den ersten Tagen des Workshops durchzuführen, um zu prüfen, ob die Erde für die Konstruktion von Prototypen während des Workshops genutzt werden kann. Feldforschungen wurden durchgeführt und die Experten fanden heraus, dass der Boden weder für Lehmziegel noch für Wände aus Stampferde geeignet war. Allerdings konnte die Erde als Aufschüttungsmaterial für die Wand aus Plastikflaschen genutzt werden.  Die Ergebnisse des Ezbet Workshops von 2014 begründeten die zukünftige Kooperation aller Teilnehmer mit der Ezbet Abu Qarn Gemeinde und trieben die Umsetzung des Ezbet Projekts voran. Durch das Mitwirken der jungen Architekten, Stadtplaner und Ingenieure mit ihren individuellen Erfahrungen und dem Wissensaustausch wurde das Projekt schrittweise zur tatsächlichen Umsetzung einer effizienten, nachhaltigen Entwicklung in informellen Siedlungen geführt. Junge Leute konnten durch die Verantwortung kleiner Konstruktionsszenarien Erfahrungen sammeln und sich durch die Umsetzung vor Ort umfassende Fähigkeiten aneignen. Zusätzlich haben Studierende und lokale Akteure der Gemeinde in internationalen Teams zusammengearbeitet und dadurch fremde Kulturen kennengelernt, was den interkulturellen Dialog fördert. Die bunte Mischung von unterschiedlichen Disziplinen hatte großen Einfluss auf die technischen Ergebnisse des Workshops. Der Workshop beeinflusst die akademischen Forschungen im Bereich der Stadtentwicklung vor Ort mit Gemeinden. Ein weiteres Ziel des Programms ist außerdem die Bereitstellung des nötigen Wissens über informelle Siedlungen in Ägypten für Studierende der Universität Stuttgart sowie der Ain Shams Universität von Kairo. Im Allgemeinen sind die informellen Siedlungen noch nicht durch einen Investor oder den Staat, sondern von den Bewohnern selbst und den lokalen Handwerkern in ihrem Viertel erbaut. Dies berücksichtigt das Ezbet Projekt, um die besten Ergebnisse in Zusammenarbeit mit der Gemeinde zu erreichen.


Asentamientos informales en el Cairo

por Dr. Manal El Shahat

La ciudad del Cairo es una de las metrópolis más antiguas del mundo, y una de las principales ciudades árabes en África. Más de 20 millones de personas viven y trabajan en esta densa aglomeración. Una tasa de crecimiento poblacional alta y el aumento de la migración hacia las grandes ciudades sin una política habitacional adecuada propiciaron la construcción de asentamientos informales y el crecimiento descontrolado de la ciudad. Según la organización ONU Habitat, hoy en día el 60% de los residentes en el área del Cairo viven en asentamientos informales.
Los asentamientos informales (slums), son conocidos en Egipto con el nombre de “Aashiwa´iat” (en español: al azar). Este término incluye casas que se construyeron espontáneamente y de forma ilegal en un entorno no planificado; a esto llamaríamos los planificadores “desubicado”. Existen varias clases de slums en Egipto, siendo categorizados de acuerdo a su situación y estado.
El Proyecto Ezbet
“Ezbet” es un proyecto académico e integral desarrollado en un asentamiento informal del Cairo llamado “Ezbet Abu-Quarn”. El proyecto fue iniciado en el año 2012 por dos grupos académicos de la Universidad de Stuttgart (Alemania) y la Universidad Ain Shams (Egipto).
El planteamiento del desarrollo sostenible se basa en tres pilares: fomento de la educación, la salud y la formación para el trabajo. EZBET es una iniciativa piloto y servirá de guía para posteriores proyectos de desarrollo en los asentamientos informales de Egipto.
Ezbet Abu-Qarn está ubicado en un sector especial del antiguo Cairo, “Al-Fustat”, justo detrás de la mezquita más antigua de toda África, “Amr ibn Al-´as”. Este sector fue urbanizado por migrantes del Egipto Alto hace más de 60 años; la cantidad de migrantes creció cada año, lo que provocó el crecimiento de esta área hasta llegar a cerca de 11 has y unos 15.000 residentes.
Ideas desarrolladas en Stuttgart e implementadas en Ezbet Durante los últimos dos años se organizaron una serie de talleres donde estudiantes de Alemania y Egipto interactuaron con expertos y con residentes de Ezbet. En total se realizaron nueve talleres, algunos en Alemania y otros en Egipto. Cuatro de estos talleres se desarrollaron en Ezbet Abu Qarn, donde se edifican construcciones prototipo con materiales locales y duraderos. Un proceso tan bien integrado conlleva un beneficio mutuo. De una parte, se involucró a actores locales de Ezbet (niños, mujeres, jóvenes y personas en la tercera edad), con lo que se pudieron desarrollar e implementar varias ideas en el espacio vital de la comunidad. De otra parte, los participantes de los talleres pudieron ampliar sus conocimientos mediante la experiencia práctica, trabajando en los prototipos hombro a hombro con los habitantes de Ezbet.
El programa incluyó talleres sobre “Materiales y tecnologías de construcción”. Durante un taller en junio de 2014 en Stuttgart los estudiantes proveyeron ideas para un prototipo. Los jóvenes evaluaron la capacidad de adaptación de estas ideas a las funciones, el lugar y las necesidades de la comunidad. Posteriormente se implementaron en Ezbet los conceptos trabajados en una escala de 1:1, esto durante la segunda fase de los talleres en agosto de 2014.
Debate sobre el tema “Construcción y prototipos con materiales reciclados”
Durante el primer taller, llamado “Taller de materiales y tecnologías – Edición I” en Stuttgart, se analizaron y estudiaron diferentes materiales y técnicas de construcción. Con la supervisión de expertos de Alemania, Egipto y Bélgica, los estudiantes buscaron el material local para construcción más adecuado, teniendo en cuenta sus posibilidades de reciclaje. Varios expertos de saberes interdisciplinarios se distribuyeron en seis grupos, incluyendo ingenieros, constructores, arquitectos, planificadores urbanos y técnicos eléctricos. Los participantes pudieron sondear los bocetos y las técnicas necesarias para la construcción, además de la fase de implementación. A partir de las seis propuestas presentadas al final del taller se escogieron las cuatro que mejor se adecuaban al entorno de los asentamientos informales de Ezbet. Los prototipos escogidos pueden construirse con técnicas sencillas, recursos y materiales locales y asequibles (p.ej.: cartón, botellas de plástico u otros materiales reciclables), se adaptan al clima o su construcción se basa en materiales naturales (p.ej.: adobe o barro).
El “Taller de materiales y tecnologías – Edición II” fue organizado en el Cairo como un evento participativo. Expertos alemanes y egipcios participaron junto con estudiantes, actores locales y diferentes generaciones de residentes de Ezbet. Estudiantes, expertos y locales probaron juntos técnicas y materiales de construcción para los prototipos de edificaciones. El taller le dio a los participantes la oportunidad de intercambiar experiencias en un proceso de aprendizaje recíproco. Al final, los actores locales involucrados recibieron menciones honoríficas, por lo cual se declararon muy agradecidos.
Todos los participantes y trabajadores locales fueron reconocidos con un diploma
Experiencia en el sitio con los actores locales Los dos primeros dias del taller en el Cairo sirvieron para hacer los preparativos de la construcción. Además, se realizaron algunas presentaciones y coloquios. No obstante, el objetivo principal del taller siguió siendo el trabajo práctico. Los objetivos primordiales del taller eran: 1) realizar pruebas para la construcción de paredes con el uso de materiales reciclados y/o heterogéneos, los cuales fueron escogidos en el taller de materiales y tecnologías; 2) construir prototipos a escala 1:1 a partir de los materiales escogidos para un periodo de prueba de 6 meses; 3) formulación de criterios de evaluación junto con expertos de acuerdo con los lineamientos sobre el medio ambiente, la tecnología, la economía, la durabilidad, la adaptabilidad al entorno y la aceptación climática y social; y por último 4) entrenamiento del proceso de comunicación con los actores locales para convencerlos de las ideas desarrolladas hasta el momento. Aparte de esto, se hicieron importantes experiencias en el lugar de trabajo; además, se aplicaron las ideas desarrolladas por los universitarios, las cuales fueron probadas y evaluadas para constatar su validez de acuerdo con las condiciones del lugar y de la comunidad.
La fase de preparación incluye el aprovisionamiento de materiales, la realización de pruebas, el análisis del entorno, la introducción y reconocimiento de materiales y recursos locales (p.ej.: materiales reciclados), tanto como diálogos con la comunidad local. A través de algunos coloquios se discutieron los acuerdos y convenios necesarios para la implementación.
Experiencia en el campo: foto izq.: presentación sobre técnicas de construcción tierra. foto der.: sesión de retroalimentación para organizar la construcción de los siguientes días y mejorar los procesos
En el paso siguiente se distribuyó a los participantes del taller en cinco estaciones, donde cada cual sería el lugar de aplicación de un prototipo. Los estudiantes se distribuyeron de acuerdo a sus calificaciones.
Cada estación tiene un énfasis: 1) construcción con barro, 2) construcción con adobe y bloques de tierra, 3) construcción con materiales reciclables, 4) construcciones de madera, y 5) limpieza y pintura de paredes. No obstante, es difícil informar sobre los experimentos hechos con la comunidad. En diferentes conversaciones con los locales se definió el sitio para el levantamiento de los prototipos según los deseos de la población y la funcionalidad del lugar.
Estaciones donde se construyeron los diferentes prototipos
Reunión matutina, luego de que los expertos y el equipo de trabajo revisaron la producción de piedra del proyecto
Paredes con botellas de plástico La idea era construir una pared con botellas de plástico, y presentarle a los residentes esta idea para el aprovechamiento de productos reciclados como las botellas vacías. Los locales se involucraron en la decisión sobre el lugar adecuado y la formación de la pared. La pared de plástico fue levantada en el emplazamiento de Om Hadeer, un residente que tiene una tienda de refrescos y otros productos.
La experiencia fue muy útil e interesante para todos los implicados. Om Hadeer pudo tomar parte de la decisión, y se declaró muy contento por tener una pared de plástico junto a su local. La pared tiene dos funciones: sirve como cerca, separando un área verde que tiene el dueño en su jardín, además sirve como publicidad ya que advierte que en ese negocio se venden bebidas.
Experiencia en el campo: Foto arriba: la pared de botellas, antes y después Foto derecha: acuerdo con la dueña de la tienda donde se construyó la pared de botellas
Paredes de barro La construcción de una pared de un metro de alto y espesor en esta zona siempre estuvo en mente. Debía construirse un prototipo con funcionalidad, que hiciera a los pobladores familiarizarse con este tipo de construcción y les permitiera un uso que supere el simple diseño. El proyecto Ezbet intenta dejar una buena impresión en Ezbet Abu Qarn con cada construcción hecha, además de motivar a los locales a participar activamente en el proceso de desarrollo.
El equipo que construyó la pared de barro hizo una rápida valoración del estado del edificio actual, para así tomar una decisión sobre el lugar de construcción. Normalmente, los edificios de Ezbet son construidos de una manera muy sencilla. En la mayoría de ellos hay grietas, ya que este tipo de construcción es endeble. Por esto se pensó en reforzar algún edificio agrietado. Se tomó la decisión de renovar el cuarto de una casa, trabajando en la pared exterior con el consentimiento del dueño. El cuarto entero fue renovado en una semana, y pudo ser habitado al final del taller. Los ciudadanos observaban todo el proceso de la pared; muchos se interesaron por su novedad. Se capacitó a los trabajadores locales en el uso de esta nueva técnica. Una cabaña de ladrillos El tercer experimento se realizó con la colaboración de Am-Maouod, un vecino de Ezbet. Junto a su casa, el residente tenía una cabaña para animales muy vieja. El equipo de trabajo quiso incluir a AmMaoud en la toma de decisiones del proyecto, y lo convencieron de hacer reconstruir su cabaña con ladrillos. El reto consistía en construir y entregar la cabaña en el espacio de una semana. El propietario
se alegró por participar en el proyecto y colaborar en la renovación de su cabaña.
Am-Maouod compartió sus experiencias con los expertos y los estudiantes. Al final, la construcción terminada tuvo un uso para la comunidad, como también sirvió al desarrollo del prototipo.
Mientras tanto, los expertos tomaron la decisión de hacer estudios de suelos, para así determinar si la tierra era apta para la construcción de los prototipos elaborados en el taller. Los hallazgos determinaron que el suelo no era apto para construir paredes ni de adobe ni de barro. De otra parte, se determinó que la tierra podía ser usada como material de terraplén para la pared de botellas de plástico.
Los resultados del taller en Ezbet cimentaron la posterior cooperación entre los participantes y la comunidad de Ezbet Abu Qarn, además de impulsar la continuidad del proyecto. Mediante la participación de arquitectos jóvenes, planificadores urbanos e ingenieros, con su aporte de experiencias individuales e intercambio de conocimientos, se fomentó una implementación eficiente y sostenible en los asentamientos informales. Los jóvenes ganaron experiencia valiosa al asumir la responsabilidad de pequeños escenarios de construcción, y practicaron varias habilidades durante la implementación. Además, los estudiantes y actores locales trabajaron en equipo y conocieron una cultura nueva, fomentando el diálogo intercultural. La colorida mezcla de diferentes disciplinas tuvo una gran influencia en los resultados técnicos del taller.
El taller influyó también la investigación académica en el área del desarrollo urbano con comunidades. Otro objetivo del programa es la preparación del conocimiento necesario sobre los asentamientos informales en Egipto, tanto para los estudiantes de la Universidad de Stuttgart como para aquellos de la Universidad Ain Shams. Al final, estos asentamientos no son construidos por inversores o por el estado, sino por los trabajadores y los residentes locales. El proyecto Ezbet tiene muy en cuenta esto, para así poder conseguir los mejores resultados en cooperación con la comunidad.