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Vom Recht auf ein gutes Leben

Konzertlesung zu „Buen Vivir“ mit Alberto Costa und  Grupo Sal am 03.Mai 2016  im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart
 
Ein zusammenfassender Rückblick von Martin und Rainer Schlecht [13] [55]


Begrüßung Der Leiter des Hauses Hermann Merkle: „Die Tatsache, dass die Konzertlesung durch mehrere Veranstalter organisiert und gefördert wird, zeigt, dass das Thema Gutes Leben breit gestreut ist.“ Zur Person  Der Ecuadorianer Alberto Acosta gehört heute zu den führenden Intellektuellen Lateinamerikas und ist einer der bedeutendsten Verfechter des Konzepts „Buen Vivir“. Er ist Ökonomieprofessor, Visionär, Politiker, *1948 in Quito, wo er lebt. Er ist vom Geist der Ureinwohner Ecuadors beeinflusst. Nähere biographische Infos siehe Wikipedia. Was ist das Buen Vivir? Das Buen Vivir • ist eine Idee, die aus dem Süden kommt. Normalerweise ist es umgekehrt, dass Ideen aus dem Norden in den Süden gelangen. Das Buen Vivir existiert seit langer Zeit in verschiedenen Gemeinden in der Andenregion und im Amazonasbecken. Es gibt Erfahrungen, Werte und viele Praktiken des Buen Vivir oder sumak kawsay. Es gibt keine Theorie, Rezepte, Modelle, kein Masterplan.  Daher verbreitet Alberto Acosta vielmehr Anregungen und Impulse für die Diskussion.  • ist keine Entwicklungsalternative, kann nicht mit den modernen Werten und Modellen eingefangen werden. Buen Vivir stellt eine Alternative zur Entwicklung dar.
• steht im Kontrast zu den ausbeuterischen Formen heutiger Globalisierungstendenzen und Wirtschaftsinteressen. • möchte dazu ermutigen, dass wir aufmerksamer auf unsere Beziehungen zu unserer Umwelt und zu unseren Mitmenschen achten.  • hat auch mit Kunst, Lebensfreude und Musik zu tun. • strebt nach Harmonie statt nach Wettbewerb, Konkurrenz, Wachstum, Profit  - „Wie wäre es, wenn in den Schulen die Kinder die Ideen und Praktiken des harmonischen Lebens lernen würden?“ fragt Alberto. Was sind die wesentlichen Merkmale des Buen Vivir? • Das Buen Vivir ist keine Schöpfung der Akademiker- oder Politikerriege. Es ist, wie gesagt, eine Widerspiegelung von Werten, Erfahrungen und Praktiken der indigenen Völker. Es ist mehr ein Erleben als ein Konzept. • Die Ideen und Impulse stammen von Völkern aus den Andenländern und aus dem Amazonasbecken, welche ignoriert und benachteiligt werden. Die indigenen Völker versuchen, in Einklang mit der „Pachamama“, der Mutter Erde (siehe Foto Grupo Sal, plastische Darstellung im Hintergrund), zu leben. Für sie steht fest, dass sich der Mensch auf mehrerlei Weise selbst schädigt, wenn er die Natur zerstört. • Die Buen-Vivir-Ideen existieren auch woanders, z.B. in Afrika im Ubuntu: „Ihr seid, weil ich bin, und ich bin, weil ihr seid!“ - Dieser philosophische Gedanke steht dem Buen Vivir nahe, ist nicht damit gleichzusetzen, aber ähnlich. • Die Ideen von Buen Vivir sind Teil des weltweiten Kampfes um Emanzipierung und eine humanere Gesellschaft. Im Gegensatz zum Modell der nachhaltigen Entwicklung, das einen Anspruch der Universalität hat, sind diese Vorschläge nicht auf ein einziges Modell zu reduzieren. Sie sind heterogen und pluralistisch, stellen aber alle das Prinzip der Harmonie in den Vordergrund: ein harmonisches Zusammenleben der Menschen als Teil einer Gemeinschaft, ein harmonisches Miteinander mit anderen Gruppen, mit Individuen und  der Natur. Warum sollte heute über Buen Vivir geredet werden? • Es geht um die Zukunft der Menschheit. Wir leben in einer Zeit großer Umwälzungen, in der sich die Ereignisse überschlagen. • Millionen von Menschen sterben jährlich an den Folgen der Luft- und Wasserverschmutzung • Der Neo-Extraktivismus – der Raubbau an der Natur und Rohstoff-Export – führt neben großen Umweltproblemen auch zu sozialen und wirtschaftlichen Missständen. Er geht somit auf Kosten der einheimischen Bevölkerung, oft sogar mit existentiellen Folgen, sprich Armut und Hunger. Ein gravierendes Problem in Ecuador stellt die umweltzerstörerische Ölförderung im Yasuni-Nationalpark dar, nachdem die Yasuni-ITT- Initiative gescheitert ist.  Ein Beispiel wie das Buen Vivir weltweit konkretisiert werden kann, ist der Vorschlag, Rohöl im Amazonasgebiet – Yasuni-ITT – nicht zu fördern und für den gewonnenen Klimaschutz eine Entschädigung vom globalen Norden zu bekommen. In Wirklichkeit war es der Präsident Ecuadors selbst, der diesen von der ecuadorianischen Gesellschaft für die gesamte Welt erbrachten Vorschlag nicht verstanden hatte und ihm nicht gewachsen war. Es stimmt auch nicht ganz, dass »die Welt uns im Stich gelassen hat«, denn es war die ecuadorianische Regierung, der es nicht gelang, eine solide, kohärente Strategie zur Umsetzung dieser Utopie zu entwickeln. • Auf der Erde leben rund sieben Milliarden Menschen, aber fast eine Milliarde Menschen hungern, obwohl Nahrung für 11 Milliarden produziert wird, d.h. wir verschwenden 1,3
Milliarden Tonnen an Nahrungsmitteln; Getreide wird produziert aus Spekulationsgründen, nicht zur Beseitigung von Hunger. Biosprit dient dazu, den Hunger der Autos zu decken, nicht den der Menschen... • Easterling-Paradox: Trotz eines höheren Einkommens werden die Menschen nicht glücklicher.  • Es werden Entwicklungsprojekte, Entwicklungstheorien, Entwicklungspläne und Entwicklungshilfen entworfen, doch dies bedeutet nicht, dass wir uns entwickelt haben. • Sog. „Entwickelte Länder“ sind nicht in jeder Hinsicht entwickelte Länder, da auch viele schlechte Entwicklungen feststellbar sind. • Wir sollen mehr auf Solidarität, Gemeinschaft, Suffizienz, Gleichberechtigung, Gleichheit, Gegenseitigkeit und Nachhaltigkeit bauen. • Nur ein biozentrisches und solidarisches Weltbild ermöglicht der Menschheit eine Zukunft der sozialen und ökologischen Gerechtigkeit. • Angesichts der ökologischen und ökonomischen Krisen der globalisierten Welt dürfen die  Gemeingüter nicht vermarktet – weder privatisiert noch verstaatlicht werden. Diese Güter und die Natur müssen entprivatisiert werden und müssen durch die Gemeinden kontrolliert werden. Allgemeine Informationen • Heute ist die grundlegende Idee des „Buen Vivir“ (Gutes Leben) besser bekannt, auch dank des Buches von Alberto Acosta: „Buen Vivir: Vom Recht auf ein gutes Leben“ (Oekom Verlag 2015). • Es geht darum, den Fortschritt neu zu definieren, was Papst Franziskus in seiner Enzyklika ´Laudato si´ hervorhebt; und deren Lektüre Alberto empfiehlt. • Buen Vivir ist in der ecuadorianischen, auch in der bolivianischen Verfassung verankert. • Indigene Völker haben eine Rolle in politischen Prozessen gespielt, z.B. in Bolivien, seitdem Evo Morales Präsident ist. • Die Bundesregierung hat die Initiative Bürgerdialog gegründet, aber in Bezug auf das Buen Vivir ließ Angela Merkel erkennen, dass bei der Einführung dieser Ideen alles so bleiben soll, wie es ist. • In Castrop-Rauxel und Tübingen sowie anderen deutschen Städten wurde eigens ein Programm zu Buen Vivir entwickelt. Dies sind erste Schritte durch die Zivilgesellschaft.
Wahrung der Schöpfung • Man soll die Natur nicht nur als Objekt, sondern als Subjekt, auch als Rechtssubjekt sehen; alle Lebewesen haben ein Recht zu leben. • Wir müssen einen neuen Gemeinschaftssinn haben. • Wir müssen den Egoismus überwinden, den Konsumwahn mäßigen, die Profitgier eindämmen. • Wir können die Wirtschaft anders gestalten mit einem verstärkten Fokus auf das Gemeinwohl; Beispiel: Minka, das sind Gemeinschaftsarbeiten für größere Projekte, die dem Kollektiv nutzen. Man erbaut z.B. gemeinsam Einrichtungen und führt Projekte zum Wohle der örtlichen Gemeinschaft durch, wie Schulen, Bewässerungskanäle. • Bei allen Vorzügen des indigenen Konzepts „Buen Vivir“ gilt es auch zu beachten, dass die indigene Kultur nicht idealisiert werden kann und darf, denn auch indigene Völker machen bei der traditionellen Entwicklung mit. • Der Mensch ist nicht die Krone der Schöpfung, der Mensch ist die Krone der Erschöpfung. Grundideen • Es ist unverzichtbar, die Welt gemeinsam zu betrachten und die Lösungen zu finden – die südliche und die nördliche Hemisphäre. • Ideen von Buen Vivir sind nicht rückwärtsgewandt. Die Maschinen sind für die Menschen da, nicht umgekehrt; die Roboter-Technologie soll das Leben erleichtern, aber nicht nur den Profit, das Kapital vermehren. • Wo, wie und wann kann man Buen Vivir erleben/anwenden? – Im Hier und Jetzt, durch gemeinschaftliche Bemühungen „von unten“. „Jetzt reicht´s!“- Beispiele von Fehlentwicklungen • Diktate von oben: Was kann/muss die Basisbewegung tun, damit die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft etwas verändern? • Profitgier beseitigen: Mit dem Limitarianismus soll ausgedrückt werden, dass z.B. die Festsetzung einer Obergrenze für Reich- und Besitztum eingeführt werden sollte. Der reichste Mann der Welt ist ein Mexikaner namens Carlos Slim. Würde er jeden Tag 1 Mio. Dollar von seinem Besitz ausgeben, müsste er 220 Jahre leben.  • Ausbeuterische Großkonzerne: In den USA gibt es eine gigantische Farm, deren  agrarwirtschaftliche Nutz- und Anbaufläche größer ist als das Saarland. Problem: Monokultur,
Verwendung von Chemikalien, genmanipuliertes Saatgut, etc. • Steuerflucht: Steuerparadiese (siehe aktuell Panama-Papiere) müssen abgeschafft werden. Durch höhere Steuereinnahmen haben die Regierungen dann mehr Geld für Sozialprogramme und Infrastruktur. Zusätzliche Steuereinnahmen sind viel höher als die sog. Entwicklungshilfe. • Die Idee zur Energiewende kam aus kleinen, aus genossenschaftlichen Kreisen, dann hat sie sich ausgeweitet. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie man das Gute Leben in der Praxis umzusetzen kann. • Ist das linke Projekt in Lateinamerika gescheitert? - Es waren eigentlich keine linken Regierungen, sie sind/waren progressive Regierungen. Sie haben das Buen Vivir nicht in die Praxis umgesetzt. Sie sind durch die traditionelle Entwicklung und durch die extraktiven Praktiken geprägt. • Korruption der Polit-Elite: In Argentinien hat Ex-Präsidentin Cristina Kirchner den Weg für die Regierung von Mauricio Macri geebnet. Mit dem Begriff Suffizienz (span.: suficiencia) sei, so der Journalist Thomas Pampuch, nicht nur asketische Mäßigung gemeint, sondern es sei auch im Sinne von „Basta! Jetzt reicht´s!“ („ça suffit!“ im Französischen, d. Verf.) zu verstehen.  Forderungen des Buen Vivir • Ein Leben im Einklang mit der Natur  • Eine Alternative zur Entwicklung • Ein soziales und solidarisches Wirtschaften • Eine Veränderung im Lebens- und Politikstil Soziale Gerechtigkeit und ökologische Gerechtigkeit gehören zusammen. Zu Grupo Sal Die lateinamerikanische Kult-Band Grupo Sal sieht ihre Aufgabe in einem größeren Rahmen. Sie unterstützt Projekte, ermöglicht die Begegnung zwischen Menschen und fördert den Austausch der Kulturen. Die talentierten Musiker sehen sich als Kulturbotschafter für die Interessen Lateinamerikas. Grupo Sal bereichert somit den Diskurs zu Themen wie nachhaltige und solidarische Lebensweisen, setzt wichtige interkulturelle Akzente und bietet eine anspruchsvolle, ausdrucksstarke, künstlerische Unterhaltung. Derzeit findet die vierte gemeinsame Tournee durch Deutschland statt. Die erste mit Alberto Acosta war im April 2014.
Dargebotene Lieder • Das erste Lied mit dem Titel „El hacha“ (die Axt) ist der lebensspendenden Kraft des Regenwaldes gewidmet, hat aber auch zugleich einen Bezug zur Wucht der Zerstörung, welcher er ausgesetzt ist. Botschaft: Der Mensch geht dem Wald voraus, aber dem Menschen folgt die Wüste. • Ein Lied indigenen Ursprungs, Widmung an eine indigene Widerstandsbewegung im 16. Jhdt. gegen die spanische Unterdrückung. Botschaft: die indigenen Völker zeichnen sich aus durch Gemeinschaftssinn, Naturverbundenheit, Religiosität. • Ein Walzer aus Peru von Carlos Cabrera, Komposition für einen verstorbenen Freund; die Walzer aus Peru haben einen starken AfroEinschlag. Sie werden im ¾-Takt geschrieben, aber im 6/8-Takt gespielt. • Afro-peruanische Version eines kubanischen Liedes „El Alacrán“ (der Skorpion). Aus dem Inhalt: „Lass dich nicht vom Skorpion erschrecken, wenn er dich entdeckt, der Skorpion kann dich stechen…“ • Ein Lied mit dem Titel „Fantasía musical“ • Lied aus Argentinien (Salta), Widmung an eine schöne Frau: „La Poma“ • Lied aus Lisboa, ein Liebesgespräch zwischen der Stadt und dem Fluss • Komposition eines Puertoricaners “Un puesto vacante” 
Fazit und Gesamteindruck „Gutes Leben“ hat auch mit Kultur zu tun. Die Veranstaltung sprach durch die musikalischen Beiträge auch die Sinne und das Kunstempfinden an. Der Vortrag und die Debatte waren dadurch sehr bereichert. Die Herausforderung besteht heuer darin, das Konzept indigenen Ursprungs auch in unserer westlichen Lebenswelt umzusetzen.   Trotz des zeitgleich stattfindenden Fußballspiels Bayern München gegen Atlético Madrid kamen immerhin (oder nur) ca. 60 Besucher zur Veranstaltung, die nunmehr zum vierten Mal in dieser Konstellation im Haus der Katholischen Kirche stattfand. Es war für uns als Zuhörer ein atmosphärisch gelungener Abend, der zahlreiche Denkanstöße gegeben hat. Viele Aspekte der vorgestellten Thematik sind natürlich allgemein schon bekannt. Sie werden durch unterschiedliche Aktivistengruppen auf die eine oder andere Weise behandelt und in die Gesellschaft getragen. Unser Eindruck ist auch, dass Alberto Acosta durch die Vermeidung ideologisch eingefärbter Begrifflichkeiten bestrebt ist, eine möglichst breite Zielgruppe anzusprechen. Dadurch entsteht eine breitere Akzeptanz und größere Harmonie. Alberto hat ein sympathisch bescheidenes Auftreten ohne Allüren, trotz seiner Prominenz und Verdienste. Er spricht ein ausgezeichnetes Deutsch. 
 
  Konzertlesung in Stuttgart [37]


Del derecho a una buena vida – Concierto del “Buen vivir”

Concierto en Stuttgart
con Alberto Costa y el Grupo Sal - 03 de mayo de 2016 en la casa de la Iglesia Católica en Stuttgart
Un resumen de Martin y Rainer Schlecht Saludo


El director de la casa, Hermann Merkle: “el hecho de que el concierto haya sido organizado y patrocinado por varias personas quiere decir que el tema Buen Vivir tiene amplia difusión.”
Sobre la persona El ecuatoriano Alberto Costa es hoy en día uno de los mayores intelectuales latinoamericanos, y es uno de los defensores más importantes del concepto “Buen vivir”. Costa es profesor de economía, visionario y político. Nacíó en 1948 en Quito, donde aún vive. Él ha sido influenciado por el espíritu de los indigenas de Ecuador. Más información sobre él puede encontrarse en wikipedia.
¿Qué es Buen Vivir? El Buen Vivir – es una idea que viene del sur. Normalmente es al revés, pues habitualmente las ideas del norte permean el sur. El Buen Vivir existe desde hace mucho tiempo en diferentes comunidades de la región andina y la cuenca del Amazonas. Hay experiencias, valores y prácticas del Buen Vivir o de sumak kawsay. No hay teorías, modelos, recetas ni planes maestros. De esta manera Alberto Costa logra inyectar aún más impulso en su exposición. – no es el desarrollo alternativo, no se puede atrapar con los valores y modelos modernos. Buen Vivir representa en realidad una alternativa al desarrollo. – se perfila como oposición a la rapacidad de la globalización y de los intereses económicos – motiva a la gente a prestar atención a sus relaciones con el medio ambiente y sus congéneres – también tiene que ver con el arte, la alegría de vivir y la música – busca la armonía antes que la competencia, el crecimiento o las utilidades -”¿Cómo sería si los niños aprendieran las ideas y las prácticas de la vida armónica en la escuela? Pregunta Alberto.
¿Cuáles son las principales características del Buen Vivir? – el Buen Vivir no es una creación de políticos o académicos. Como ya se ha dicho, es un reflejo de los valores, experiencias y prácticas de los pueblos indígenas. Es más una experiencia que un concepto. – estas ideas e impulsos vienen de pueblos de los Andes y de la cuenca del Amazonas, los cuales han sido por largo tiempo ignorados y discriminados. Los pueblos indígenas intentan vivir en armonía con la “Pachamama”, la madre del planeta (ver foto del Grupo Sal, la figura de plástico en el fondo). Para ellos está claro que el ser humano se hace daño de muchas formas cuando le
hace daño a la naturaleza. – las ideas del Buen Vivir existen también en otros lugares, como en Ubuntu (África): “Ustedes existen, porque yo existo, ¡y yo existo porque ustedes existen!” - Este pensamiento filosófico es cercano al Buen Vivir, no es lo mismo pero tiene similitud. – las ideas del Buen Vivir hacen parte de una lucha global por la emancipación y por una sociedad más humanitaria. En contraposición al modelo del desarrollo sostenible (con sus pretensiones de universalidad), éstas propuestas no se reducen a un solo modelo. Ellas son heterogéneas y pluralistas, pero todas tienen en común el principio de armonía como prioridad: una coexistencia armónica entre las personas como parte de una comunidad, la comunión armónica con otros grupos, con los individuos y con la naturaleza.
¿Por qué se habla hoy en día del Buen Vivir? – se trata del futuro de la humanidad. Vivimos en un tiempo de grandes transformaciones donde los eventos no dejan de sucederse. – millones de personas mueren cada año a causa de la contaminación del aire y del agua. – el neo-extractivismo (la expoliación de la naturaleza y de las materias primas) trae consigo problemas ambientales, además de generar problemas sociales y económicos. Se trata de los costos en los que incurre la población local, la cual muchas veces vive en el hambre y la pobreza. Un problema ambiental serio en el Ecuador es la dañina explotación petrolera en el parque nacional Yasuni, lo cual no pudo impedirse mediante la iniciativa Yasuni-ITT. Un ejemplo de cómo se puede concretar el Buen Vivir a nivel global, es la propuesta de detener la demanda de petróleo del Amazonas (Yasuni-ITT), y exigir una compensación del norte global para la prevención del cambio climático. En realidad fue el mismo presidente de Ecuador quien no entendió ni apoyó esta propuesta, realizada por la sociedad de su país para todo el mundo. Tampoco es totalmente cierto que “el mundo nos haya dejado en la estacada”, porque fue el gobierno ecuatoriano quien no fue capaz de elaborar una estrategia coherente para la implementación de esta utopia. – actualmente viven en el mundo 7 billones de personas, pero casi 1 billón sufre de hambre aunque se produzcan alimentos para 11 billones: despilfarramos 1,3 billones de toneladas en alimentos. El cereal se produce con fines especulativos, no para erradicar el hambre. Los combustibles naturales sirven para saciar el hambre de los automóviles, pero no la de las personas .. – Paradoja de Easterling: pese a tener ingresos mayores, las personas no son más felices. – se desarrollan proyectos, teorías, planes y ayudas para el desarrollo, pero esto no quiere decir que nos hayamos desarrollado. – los llamados “países desarrollados” no lo son en todos los aspectos, porque se pueden notar varias tendencias negativas dentros de ellos mismos. – debemos construir más en base a la solidaridad, comunidad, suficiencia, igualdad de derechos, igualdad, reciprocidad y sostenibilidad. – solamente una concepción del mundo solidaria y basada en la naturaleza permitirá a la humanidad conseguir la justicia social y ecológica en el futuro. – en vista de las crisis económicas y ecológicas del mundo globalizado no deben mercadearse los bienes comunes -ni privatizar ni estatizar. Estos bienes y la naturaleza deben desprivatizarse y ser controlados por las comunidades.
Información general – hoy en día se conoce mejor la idea esencial del Buen vivir, también gracias al libro de Alberto
Acosta: “Buen vivir: del derecho a una buena vida” (Editorial Oekom, 2015) – se trata de redefinir el concepto de progreso, lo que el papa Francisco llamó “Laudato si” en su encíclica; Alberto recomienda esta lectura. – Buen Vivir está presente en las constituciones de Ecuador y Bolivia. – los pueblos indigenas han jugado un rol en los procesos políticos. Por ejemplo, en Bolivia esto ha sido claro desde que Evo Morales llegó a la presidencia. – el gobierno federal alemán ha construido una iniciativa para el diálogo social, pero en relación al Buen Vivir, Angela Merkel afirmó que en la realización de estas ideas todo ha de quedar como estaba. – en ciudades alemanas como Castrop-Rauxel y Tübingen se han creado programas de Buen Vivir. Estos son los primeros pasos en medio de la sociedad civil alemana.
Defensa de la creación – la naturaleza no debe verse solamente como objeto, sino también como sujeto y como sujeto con derechos. Todos los seres vivos tienen derecho a la vida. – debemos desarrollar un nuevo sentido de comunidad. – debemos sobreponernos al egoismo, reducir el consumismo, aminorar la codicia de ganancias. – podemos concebir la economía de otra forma enfocándonos en el bien común; por ejemplo: Minka, trabajos comunitarios para proyectos grandes con utilidad grupal. Se construyen por ejemplo edificios o se hacen proyectos para el bien de la comunidad tales como escuelas o canales. – en todas las manifestaciones del concepto del “Buen vivir” hace falta tener en cuenta que la cultura indigena no puede ni debe ser idealizada, ya que los pueblos indigenas también hacen parte del concepto de desarrollo tradicional. – el hombre no es la cúspide de la creación, sino la cúspide del agotamiento.
Ideas básicas – es innegociable observar el mundo en conjunto y encontrar soluciones – el hemisferio sur y el norte. – las ideas del Buen Vivir no van hacia atrás. Las máquinas sirven a los hombres, no al revés; la tecnología robótica debe facilitar la vida, no solamente aumentar el capital y las ganancias. – ¿dónde, cómo y cuándo se puede experimentar/aplicar el Buen Vivir? Aquí y ahora, mediante esfuerzos conjuntos “desde abajo”.
¡Ya basta! Ejemplos de desarrollos erróneos – dictados desde arriba: ¿qué puede/debe hacer el movimiento de base para que los tomadores de decisiones en la política, la economía y la sociedad cambien algo? – disminuir la codicia de ganancias: con la limitación se quiere decir que hace falta poner un límite superior a la acumulación de riquezas y posesiones. El hombre más rico del mundo es el mexicano Carlos Slim; si cada día de su vida él gastara USD 1 millón de su riqueza llegaría a vivir 220 años. – multinacionales rapaces: En los Estados Unidos existe una granja gigantesca cuya superficie para la agricultura es mayor al estado alemán de Saarland. El problema: la monocultura, el uso de químicos, el uso de alimentos manipulados genéticamente, etc. – evasión de impuestos: los paraisos fiscales (ver Panama papers) deben abolirse. Mediante mayores recaudos por concepto de impuestos los gobiernos tendrian más recursos para
programas sociales e infraestructura. Los recaudos serían aún mayores a lo conseguido por la llamada ayuda para el desarrollo. – la idea del cambio de modelo energético provino de pequeños círculos cooperativos, luego llegó a difundirse extensamente. Este es un buen ejemplo de cómo se puede involucrar el Buen Vivir en la vida práctica. – ¿ha fracasado el proyecto de la izquierda en Latinoamérica? En realidad estos no eran gobiernos de izquierda sino progresistas, que no llegaron a implementar el Buen Vivir en la práctica. Estos gobiernos han estado permeados por el concepto tradicional del desarrollo y las prácticas extractivas. – corrupción de la élite política: en Argentina la ex-presidenta Cristina Kirchner pavimentó el camino para el actual presidente, Mauricio Macri.
De acuerdo al periodista Thomas Pampuch, el término suficiencia no quiere decir solamente una moderación ascética, sino también un llamado a decir: ¡basta!
Exigencias del Buen Vivir – Una vida en armonía con la naturaleza – Una alternativa al desarrollo – Una economía social y solidaria – Una transformación del estilo de la política y de la vida
La justicia social y la justicia ecológica son dos conceptos que vienen unidos.
Sobre el Grupo Sal
La banda de culto latinoamericana Grupo Sal ve su labor en un marco extenso. La banda apoya proyectos, facilita el contacto entre personas y propicia el intercambio cultural. Estos talentosos músicos se ven como embajadores culturales de los intereses latinoamericanos. El Grupo Sal difunde el discurso sobre estilos de vida sostenibles y solidarios, pone de relieve acentos interculturales, y ofrece un entretenimiento ambicioso, fuerte en expresión y artístico. Actualmente realizan su cuarta gira por Alemania. La primera junto con Alberto Acosta se realizó en abril de 2014.
Canciones – la primera canción se titula “El hacha”. Está dedicada a la selva como fuerza dadora de vida, pero al mismo tiempo llama la atención sobre el avance de su destrucción. Mensaje: el hombre se desplaza del bosque, pero se dirige hacia el desierto. – una canción de origen indígena que se refiere a la resistencia de los pueblos aborígenes en el siglo XVI frente a la dominación española. Mensaje: los indígenas también se caracterizan por su sentido de comunidad, cercanía a la naturaleza y religiosidad. – un vals peruano de Carlos Cabrera compuesto originalmente para un amigo fallecido; los vals peruanos tienen una fuerte herencia negra. Se escriben en un tiempo de ¾, pero se interpretan en uno de 6/8. – la versión afro-peruana de una canción cubana, “El Alacrán”. Citamos: “No te dejes asustar del alacrán, si llega a encontrarte, te puede picar ...” – una canción con el titulo de “Fantasía musical”. – una canción de Salta (Argentina), con referencia a una bella mujer: “La poma”.
– una canción de Lisboa, una conversación amorosa entre la ciudad y el río. – composición puertoriqueña: “Un puesto vacante”.